Windows 7 betrachtet

So, nachdem die letzten Tage auf Grund von starkem Arbeitsstress ohne Post vergingen, werde ich mich heute wieder einem etwas komplexerem Thema widmen: Windows 7.
Ich habe Windows 7 noch nicht getestet, werde also keine eigene Meinung widergeben sondern nur die Vorzüge, von denen ich gelesen habe, erläutern. Ganz am Ende des Posts findet ihr den Downloadlink von Windows 7 Beta, für den Fall, dass ihr neugierig geworden seid.

Als Nachfolger von Windows Vista hat Windows 7 natürlich die Aufgabe, Probleme des Vorgängers auszugleichen und damit das angeschlagene Image des gescheiterten Betriebssystems aufzubessern.

Die bekanntesten Nachteile von Windows Vista, die im Alltag schnell stören konnten, kann ich ja mal ausweiten.

  • Vista hat mit seinem neuen Aussehen, Fensteranimationen und dem sogenannten 3D-Flip, das ist das ‚Durchblättern‘ der geöffneten Fenster, das etwas starre Bild der Windows XP Oberfläche überarbeitet. Dieses durchaus dynamische Verhalten erfordert jetzt allerdings eine Menge an Hardware. Windows Vista setzt jetzt weit aus höhere Anforderungen an den Computer als Windows XP. Braucht Windows XP mindestens einen 233MHz Prozessor, 128MB Arbeitsspeicher und 2GB freiem Festplattenspeicher läuft Windows Vista dagegen nur mit einem 1GHz Prozessor, 1GB Arbeitsspeicher und mindestens 15GB freiem Festplattenspeicher. Damit haben sich die Anforderungen verfielfacht. In Anbetracht der Technikstandards sind das keine großen Hürden mehr, jedoch sind Laptops, die nicht gerade letztes Jahr gekauft wurden zum Teil mit diesen Anforderungen noch überfordert.
  • Die Bedienerführung von Windows Vista ist trotz verbesserter Übersicht komplizierter geworden. Es wurde belegt, dass fast alle Vista Buttons und klickbaren Schaltflächen kleiner geworden sind oder sich nicht mehr so einfach klicken lassen. Es entsteht das Gefühl oft daneben zu klicken, wo man doch bei dem angewohnten Windows XP immer die richtige Schaltfläche getroffen hat. Das überhilfreiche Verhalten spiegelt sich auch in den zahlreichen Balloon-Tipps wider, die alle Nase lang nach „Wollen Sie wirklich …“ fragen und einen Benutzer schnell überfordern und nerven können. Es gibt jedoch Genug Abhilfe, man kann sie z.B. einfach deaktivieren.
  • Vista hatte starke Startschwierigkeiten in der Kompatibilität. Es gab anfänglich eine Liste mit Software und Hardware, die auf Viste zuverlässig lief. Die Liste war zwar einige Seiten lang aber man konnte mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass dort nicht vorhandene Software Probleme machen würden. Leider vermisste man viele bekannte Produkte wie Photoshop und viele Spiele, die vorerst keinen Vista Support erhielten und dort auch nicht zu benutzen waren. Vista konnte diese Probleme größtenteils durch Patches und Service Packs beheben aber es gibt immernoch Schwierigkeiten mit vielen bekannten Programmen und Spielen siehe die Windows Vista RTM Software Compatibility List.
Vor allem Letzteres hat für einen unerwartet schlechten Start von Vista gesorgt, da das Arbeiten von Fehlermeldungen der nicht für Vista optimierten Programme gestört wurde. Diese Schwierigkeiten wurden, wie oben beschrieben, dezimiert, jedoch hat sich dieses Image in den meisten Köpfen festgesetzt und Windows XP ist weiterhin der Spitzenreiter unter den benutzten Betriebssystemen. Folgende Grafik belegt das:
Vista Entwickler zeigen sich allerdings optimistisch, dass Windows Vista noch zum selben Standard wird, wie Windows XP:

Bis Ende 2007 nutzten 3% der Computer in Unternehmen von ca. 1 Milliarde Computer weltweit das neue Microsoft Betriebssystem, fand das Forschungsinstitut Gartner heraus. Das klingt im ersten Moment recht mickrig, jedoch ist das ca. derselbe Wert, den Microsoft damals mit seinem vorherigen Betriebssystem Windows XP erreichte (zu dem Zeitpunkt waren es jedoch nur ca. 600 Millionen Computer weltweit).

Bis Ende 2003 erreichte Windows XP eine Verbreitung von ca. 10%. Gartner schätzt, dass Ende dieses Jahres Computer in Unternehmen mit Windows Vista ca. 13% aller Rechner ausmachen werden.

Sie belegen dies auch mit einer Grafik, in der Windows XP nicht mit einbezogen wurde. Dadurch ist der Wachstum auch besser zu erkennen:

Nun aber zu Windows 7, nachdem wir uns die kleinen Macken Windows Vista noch einmal in Erinnerung gerufen haben.

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Die wohl auffälligste Verbesserung wird für viele Nutzer bereits schnell zu spüren sein. Es ist die Geschwindigkeit, die Windows 7 von Windows Vista wortwörtlich abhebt. Die Entwickler haben an dieser Stelle ganze Arbeit geleistet. Aus vielen Tests lässt sich entnehmen, dass Windows 7 fast die Geschwindigkeit von Windows XP erreicht, kombiniert mit dem attraktiven Auftreten von Vista. Recht erstaunlich wird das auch in Hinblick auf die neue Taskleiste, mehr dazu aber später.
Die Schnelligkeit erklärt sich durch die verbesserten Hardwareanforderungen. Obwohl das System gegenüber noch mehr visuelle Schmankerl zu bieten hat, sind die Anforderungen gleich geblieben. Windows 7 soll aber im Gegensatz zu Vista auf älteren Maschinen stabiler laufen und sogar auf neueren Netbooks in vollem Umfang zu nutzen sein. Das sollte den Start des finalen Betriebssystems etwas erfolgreicher gestalten als bei dem letzten Versuch der Redmonder.

Das Aussehen hat sich seit Vista auch etwas verändert. Es bleibt jedoch selbstverständlich bei dem glasigen Style, den wir seit Vista kennen.
Zu den visuellen Verbesserungen gehört unter Anderem die neue Taskleiste, die jetzt eine schnellere Erkennung des gesuchten offenen Fenster bieten soll, indem kleine Vorschaubilder gezeigt werden:

Sind mehrere Dateien eines Programmtyps geöffnet bietet Windows 7 jetzt die Möglichkeit diese geöffneten Dateien als eine Liste anzuzeigen.

Das Startmenü ist jetzt aufgeräumter und zeigt auch die zuletzt geöffneten Dateien jedes Programms, so dass sich zum Beispiel bei Bildbearbeitungsprogrammen die letzten bearbeiteten Bilder schnell und ohne Suche finden lassen.

Die Geräteverwaltung ändert sich von dem längst eingerosteten Gerätemanager zu einer übersichtlichen, mit Icons bestückten Hardwareverwaltung.

Den Benutzer erwartet auch eine bessere Benutzerkontensteuerung, in der sich sowohl Sicherheitseinschränkungen leichter setzen, als auch die nervigen Balloon-Tipps von Vista (oben erwähnt) steuern lassen. Auch diese Neuerung war gut bedacht und wird von vielen sehr geschätzt.

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Aus fast allen Testberichten ließ sich auch entnehmen, dass es weder große Hardwareerkennungsprobleme, noch Softwareprobleme gab. Ein Testbericht schrieb, dass die Netzwerkkarte nicht erkannt wurde, nach einer Neuinstallation des Treiber gab es jedoch keine Probleme mehr.

Als negativ wurde von einem großen Teil der Internet Explorer 8 angesehen, da dieser immernoch immense Probleme hatte, Internetseiten richtig darzustellen. Selbst Microsoft-eigene Seiten sollen in der Betaversion teilweise falsch dargestellt werden. Die Testlabore empfehlen an dieser Stelle weiterhin nach den Alternativen Firefox oder Opera zu schauen.

Im Allgemeinen hat Windows 7 bei allen Testern aber einen positiven Eindruck hinterlassen.
Die finale Version, die noch im Laufe des Jahres 2009 erscheint, wird sicherlich besser wegkommen als der Vorgänger Windows Vista.

4 Kommentare

  1. endlich gibt es mal wieder ein windows, was sich gewaschen hat. es ist sogar so saubergeworden, dass anscheinend alle probleme von vista wie weggewaschen wirken. was aber zum schluss bei kunden ankommt wird sich doch erst nach einiger zeit rausstellen. sehr schön ist aber schonmal die taskleiste, die gegenüber zu vista wesentlich mehr style hat. sogar das windows-logo scheint leicht überarbeitet, wobei es trotzdem noch etwas zu abgedreht meiner meinung nach aussieht. aber jedem das seine.

    erfreulich ist auch die meldung, dass die systemanforderungen wieder sinken sollen (oder jedenfalls angepasster sind), wodurch man hoffen kann, dass es stabiler auf dem computer läuft. das wird vorallem notebook-nutzer freuen. denn um sich ein notebook zu leisten, dass vista vollends unterstützt, muss man trotzt sinkender hardwarepreise heute seine oma verkaufen 🙂

    zum schluss. der name: windows seven. das ist wie butter auf einer heißen pfannen. unglaublich toll. viel glück windows-macher

  2. wir werden sehen ob windows 7 in der finalen version die latte noch etwas höher legt als bis jetzt in der beta.
    in vielen foren und umfragen stimmen jedoch fast immer mehr als 50% für einen verbleib bei XP und auch ich werde nur sehr vorsichtig an die neue geschichte gehen.
    warum wechseln wenn mit windows xp alles so wunderbar funktioniert? ^^
    natürlich, dx10, geileres aussehen aber son bisschen fortschrittsfeindlich is doch jeder 🙂
    so far

  3. naja, es wäre unlogisch wenn die beta-version genauso gut wäre wie die final-version, da könnte microsoft das ding ja schon jetzt auf dvd brennen und rausbringen 🙂

    klar logisch, dass ich nicht der erste bin der in den elektromarkt rennt und sich windows seven holt (abgesehen, davon würde das auf meinem pc eh nicht laufen), aber wenn ich mir irgendwann ein neues gerät holen, wird es wahrscheinlich vorinstalliert sein. und die mühe mir dann xp oder vista aufzuspielen will ich danach nicht haben.

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