Windows 10 Game Mode – was und wie?

windows-10-game-mode-teaserMit dem Windows 10 Creators Update veröffentlichte Microsoft den „Game Mode“. Es wird gemunkelt, dass der Modus Spiele generell schneller macht, ganz so einfach ist es natürlich nicht. Ich möchte kurz zusammenfassen, was der Modus bewirkt und was nicht.

Was macht der Game Mode?

Der Game Mode ist primär in der Lage, die zwei folgenden Punkte zu optimieren:

  • Die Verteilung/Priorität der CPU- und GPU-Ressourcen werden für das vordergründig laufende Spiel maximiert. Hintergrundanwendungen werden dadurch degradiert, aber bewusst nicht komplett geblockt.
  • CPU Kerne werden strikter aufgeteilt. Statt ein Spiel UND das System auf alle Kerne zu verteilen, bekommt das Spiel nicht alle aber dafür 100% dedizierte Kerne zugewiesen, das System bekommt die restlichen Kerne ebenfalls vollständig. Das Spiel sowie Prozesse des System sind somit separierter und unabhängiger.

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Windows optimiert die Verarbeitung der Prozesse und Zuteilung von Ressourcen auf Softwareebene und priorisiert das Spiel. Die typischen Hintergrundprozesse (Antivirenscans, Sync-/Backup-/Datenprozesse, Video Encoding, Streaming usw.) werden mit weniger Ressourcen bedient und laufen damit langsamer.

Und das heißt jetzt?

Ein Szenario skizziert: Statt einem Spiel mit 4 weiteren Hintergrundprozessen jeweils 20% Ressourcen zuzuweisen, alles gleichmäßig auf 4 Prozessorkerne verteilt, bekommt das Spiel im Game Mode nun beispielsweise 80% und 3 volle Kerne, die 4 anderen Prozesse jeweils nur 5% auf dem vierten Kern. Heißt im Umkehrschluss, dass ein Spiel ohne Hintergrundprozesse auch bereits 100% Leistung bekommt und nicht von den Änderungen profitieren wird.
Somit ist der Game Mode vor allem dann geeignet, wenn viele oder größere Hintergrundprozesse das Spiel stören könnten und es unterschiedliche Lasten zu priorisieren gibt. Die positiven Auswirkungen zeigen sich dann durch wesentlich bessere minimale FPS, etwas bessere durchschnittliche oder maximale FPS und der Langzeitstabilität. Tests, die das gut zeigen, findet ihr beispielsweise auf hier auf pcworld.com (Ergebnisbilder folgend) oder rockpapershotgun.com. Folgend zwei Bilder von Ersterem Link, links ohne Hintergrundbelastung, rechts die Wirkung des Game Mode eines Systems mit Hintergrundlast:
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Heißt also einfach alle Programme offen lassen, Game Mode anschalten und alles schön? Ja und nein. Es stört vielleicht nicht weiter, wenn der wöchentliche Antivirenscan oder das wöchentliche Datenbackup auf die andere Festplatte doppelt so viel Zeit beanspruchen – die Tasks können nun beruhigt offen gelassen werden. Wichtige Programme könnten jedoch empfindlich gestört werden und ihre Arbeit nicht mehr wie benötigt verrichten, OBS Streaming als Beispiel genannt. Wählt eure laufenden Prozesse also weiterhin sorgfältig und testet auf Sideeffects bei kritischeren Programmen.
Leider gibt es noch keine Filterfunktionen, um einzelne Apps von der Optimierung auszuschließen, hier kann Microsoft sicher noch ausbessern.

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Wie wird der Game Mode aktiviert?

Die meisten der Universal Windows Platform (UWP) und Win32 Spiele werden unterstützt, wobei es natürlicht immer Ausnahmen oder Probleme bei einzelnen Titeln geben kann. Bei unterstützten Titeln erscheint nach Drücken der Tastenkombination Win+G die Spieleleiste, in der ihr in den Einstellungen den Game Mode aktivieren könnt. Weitere Einstellungen bzw. die benötigte Tastenkombination (sollte Win+G nicht funktionieren) finden sich in den Windows Einstellungen -> Spiele.
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