Assange stellt sich – Interpol Red Notice wegen Belästigungs-Vorwurf – meine Meinung zu den Details

Vor wenigen Minuten ging es durch die meisten Online News: Julian Assange, Gründer von WikiLeaks und einer der meistgesuchten Verbrecher ;), hat sich der Londoner Polizei gestellt.

Spiegel Online berichtet, ich fasse zusammen.

Assange wird seit August gesucht. Er war bei einer schwedischen Veranstaltung anwesend. In diesen Tagen seines Aufenthalts hatte er mit 2 Frauen (Anna A. und Sofia W.) Sex. Diese beiden Frauen gingen danach zur Polizei. Grund: „Assange sei zwar nicht gewalttätig, habe aber eine verquere Einstellung gegenüber Frauen und könne kein „Nein“ akzeptieren.“ Interessant.
Die zuständige Staatsanwältin beantragt Haftbefehl wegen Vergewaltigung (, die es nicht gab). 24 Stunden später zieht sie den Haftbefehl zurück, „übrig blieb der Vorwurf der Belästigung“ und der Verdacht auf Vergewaltigung.
Der Anwalt frischte den Haftbefehlt wieder auf, Grund: Verdacht auf Vergewaltigung. Interessant.
Der eigentliche Grund: „Beide Frauen hatten ausgesagt, zunächst einvernehmlichen Sex mit Assange gehabt zu haben. Dies sei allerdings später umgeschlagen. Der Streit drehte sich offenbar um den Gebrauch von Kondomen.“ Interessant.

Assange wird nun also gesucht, ein Haftbefehl steht aus. Nicht sonderlich spektakulär, wenn man sich die Hintergründe ansieht.
Versteckt hat sich Assange nicht direkt. Seine Anwälte waren rund um die Uhr damit beschäftigt, Klarheit zu schaffen. Aber „die Polizei hatte sich geweigert, Assange mitzuteilen, weshalb genau er eigentlich gesucht werde. Das werde er erst nach seiner Festnahme erfahren. Offenbar ist für ihn Einzelhaft mit Kontaktsperre vorgesehen.“
Assange „habe nach dem vermeintlichen Verbrechen im August nicht nur mehrere Wochen in Schweden auf eine Vernehmung gewartet, sondern auch eine Befragung in der schwedischen oder der australischen Botschaft in London oder per Videokonferenz angeboten.“
Und, das finde ich genauso kurios wie die Kompromisslosigkeit der Polizei, keine Gründe für den Haftbefehl zu nennen, weder Assange noch sein Anwalt hätten Akteneinsicht bekommen.

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Wer stellt sich denn hier stur?

Wie in meinem verherigen Beitrag zu der Hetzjagd von Assange sei hier nochmal das Fazit genannt:
Assange mit einem Red Notice von 188 Ländern wegen Verdacht auf Belästigung zu suchen ist absolut unverhältnismäßig.

Ihr seid der selben Meinung? Hier läuft irgendwas schief?
Verlinkt meinen Post, News von Spiegel Online oder anderen Portalen bei Facebook, Twitter, VZs , votet Assange mit 100 für die TIME’s „Person of the Year“ und redet mit anderen über diese prekäre Story!

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